Montag, 8. Oktober 2007





































back home

bin seit 24 stunden wieder in der schweiz und verarbeite gerade meinen 2ten kulturschock... es ist schön wieder hier zu sein, dennoch vermisse ich accra schon.......

kurzes update ueber die letzten 2 monate:
Die bibliothek ist fertig geworden und wird seit dem Semesterbeginn Anfang September rege genutzt. Es sind schlussendlich 400 Buecher geworden und wir hatten sogar noch was uebrig für 15 Tische und die Raumrenovation. Purchasing Power Parity, haha....... :-)
Fotos poste ich gleich.
Die Regeln für die Bibliothek sind superstrikt, muss wohl so sein, zumindest sind nach den ersten 4 wochen noch alle 400 bücher da und keines beschädigt. Was sind die regeln? Kein Buch verlässt jemals den Raum, die Kinder betreten die Bibliothek nur zusammen mit einer Aufsichtsperson und jeder der ein Buch aus dem Regal nimmt muss sich in eine Liste eintragen und nach der Rückgabe unterschreiben. Zudem haben nur Seth Koffie (dem hab ich die Verantwortung für die Bibliothek übertragen) und Mr Aboagye einen Schlüssel für die Bibliothek.

Es hat anfang september einen neuen Satz Volunteers gegeben, sind alle 3 voll in Ordnung und einer davon (David) führt meine Leseklasse weiter - es sind mittlerweile 4 Kinder dabei, wobei Rosemary und Ruth extreme Fortschritte gemacht haben und bei denen zwei jetzt nur noch "Feinschliff" angesagt ist. Die 2 Neulinge (Portia und Abigail) werden David aber wohl auf Trab halten...

Mitte September hab ich dann aufgehört an der Schule zu arbeiten. Hab einfach gespürt, dass es Zeit für einen Wechsel war. Ich konnte glaub ich einiges bewirken, aber ich möchte mir einiges von meiner Energie und meinem Enthusiasmus aufsparen für den Tag an dem ich mal "was eigenes" hab. Lizzie und ich haben den Plan, in ein paar Jahren mit ein bisschen Kohle auf der Seite zurückzugehen und "unser Ding" aufzuziehen, wie das genau aussehen wird ist noch unklar, werden wir sehen. Auf alle Fälle werden Lizzie und ich im März in ihren Semesterferien im März 2008 für 4 wochen nach Accra zurückgehen, allein schon um unsere Babies wieder zu sehen und um ein bisschen Sonne zu tanken...

Hatte zwischenzeitlich den Plan länger in Accra zu bleiben, hatte ein Jobangebot als Assistentin vom Management im ersten 5-Sterne-Restaurant von Accra. Hab mich dann aber nach einem längeren Telefongespräch mit Kerstin dagegen entschieden. Es macht glaub ich mehr Sinn erst mal eine Weile in der Schweiz zu arbeiten. Weiss nicht wie sinnvoll es ist, mir jetzt in Accra was aufzbauen um dann in ein paar Jahren in der Schweiz wieder bei O anzufangen.

Vor meiner Heimreise hatte ich noch 2 Wochen frei, die ich genutzt habe um noch ein bisschen rumzureisen. Bin nach Takoradi (ein Küstenort im Südwesten) und dann weiter zur Green Turtle Lodge, einem ökotourismus resort an einem kilometerlangen Traumstrand wo von November bis März Meeresschildkröten ihrer Eier ablegen. Ich habe noch selten sowas schönes gesehen, und die Leute in dem Resort waren sowas von relaxt und nett. Hab unter anderem Sam kennengelernt, einen Engländer der für Medecins sans Frontieres in Monrovia (Liberia) arbeitet - da ist mir mal wieder bewusst geworden wie gut es uns in Accra geht, so in puncto Sicherheit etc. Naja, das war jetzt leicht vom Thema abgeschweift. Nach dem Traumstrand bin ich dann mit Itsje (einer Holländerin die vor 7 Jahren als Volunteer in Ghana war und jetzt zurückgekehrt ist) weiter nach Dixcove, die Sklavenburg besichtigen. Die Sklavenburg von Dixcove ist deutlich kleiner als die in Capecoast aber dafür war die Führung auch viel, naja familiärer und nicht so Touristen-Schleuse-mässig. Dann weiter mit dem Trotro nach Kumasi wo Itsje und ich im National Cultural Centre fett Souvenirs eingekauft haben. Es gibt ein ähnliches Zentrum in Accra, ist aber deutlich teurer da und die Verkäufer sind viel aufdringlicher. In Kumasi war das richtig nett, wir konnten zuschauen wie die Künstler geschnitzt, gemalt, gewebt, etc haben und dann easy was auswählen, kein "come-to-my-shop-hustle"....
Dann bin ich zurück nach Accra, wo ich noch mit Freunden von mir ein paar schöne Tage am Strand verbracht hab, seele baumeln lassen, etc.

und dann der grosse Abschied.
war verdammt hart, vor allem in der Schule. die Kinder haben fast alle geheult, haben mir die schönsten Abschiedsbriefe geschrieben, und ich musste allen versprechen, bald wieder zurückzukommen. werd ich auch.
Dann der Abschied von meiner Gastfamilie und meinen Freunden in Accra. Ich dachte eigentlich dass ich mittlerweile besser geworden bin im Abschiednehmen (kam ja oft genug vor in den letzten 2 jahren) aber naja, wird nicht wirklich einfacher. vor allem wenn 6ooo kilometer dazwischenliegen
und jetzt seit Samstag wieder hier. ich bin momentan ein bisschen in der Schwebe, noch nicht ganz weg von Accra , noch nicht ganz hier angekommen.
Aber wenn ich auf die letzten 5 monate zurückblicke, muss ich sagen, dass ich zufrieden bin. Ich habe sehr viel (auch über mich selbst) gelernt, habe einige meiner (Zukunfts)vorstellungen korrigieren müssen, andere Wünsche/Pläne dazugewonnen und bin mir vor allem über eines bewusst geworden:
Irgendwie werde ich es immer schaffen, es gibt immer einen Weg. Dieser Weg sieht vielleicht nicht immer genau so aus, wie ich es mir vorgestellt habe, aber es gibt ihn.
Das ist wohl die "grosse" Einsicht die ich in Accra gewonnen hab. Ich stehe jetzt zwar nicht viel anders da als im Frühling - immer noch keinen Job und keinen genauen Plan, haha- aber ich bin nicht sonderlich beunruhigt. Meine Grundvoraussetzungen/Aussichten sind soviel besser als die eines Grossteils der Menschheit. Irgendwo werd ich immer einen Job finden, von dem ich mich ganz gut über die Runden bringen kann. Wenn ich ausreichend auf mich selber höre, wirds wohl auch möglich sein, dass mich dieser Job auch erfüllt. Zudem gibt es soviele Menschen, die mich lieben und unterstützen. Was will ich eigentlich mehr??????


Achja, ich wohn ab nächster Woche in Zürich und freu mich euch alle wiederzusehen......

Samstag, 18. August 2007

library project und so

hab die ersten 200 buecher fuer die bibliothek gekauft und angefangen zu katalogisieren und in schutzfolie einzupacken. alles was hier nicht auf superrobust getrimmt wird, ueberlebt keine 2tage in dieser schule - leider kein witz... ich versuch seit bald 4 monaten den kindern den tieferen sinn von woertern wie 'careful', 'take care of', dont tear, dont destroy, dont throw etc nahe zu bringen... immer wieder motivierend zu sehen wie die kinder (nach geduldigem erklaeren, toben, stampfen und bestrafen meinerseits) endlich aufhoeren buecher/tische/schultaschen/mitschueler etc rumzuwerfen/stossen oder endlich die seiten vorsichtig umblaettern - bis ein lehrer kommt und genau das macht, was ich die kinder gebeten habe, nicht zu tun... naja, change happens - aber immer nur 'smallsmall'.... ihr glaubt nicht wieviel geduldiger ich geworden bin, seit ich hier bin...

dennoch waere es manchmal einfach nur schoen wenn sachen funktionieren wuerden. punkt. es waere schlicht und ergreifend angenehm, wenn es nicht alle 12 stunden einen groeberen stromausfall gaebe (der natuerlich immer dann passiert wenn ich ins internetcafe will - gott sei dank werden mailentwuerfe in solchen faellen gespeichert)........ oder nicht ausgerechnet der trotro reifen platzt wenn ich ohnehin schon spaet dran bin..... oder wenn es nicht immer genau dann regnen muesste wenn ich nach 2 stunden handwaesche (natuerlich im eimer, mit kaltem wasser) meine sachen an die leine haengen will... oder dass die meisten leute ihr abwasser auf die strasse leiten - natuerlich ist die strasse nicht asphaltiert, das heisst ich darf jeden morgen auf dem schulweg durch die pisse anderer leute waten. lecker. dass ich trotz staendigem flipfloptragen bisher nur eine pilzinfektion an meinen zehen davongetragen habe ist eigentlich ein wunder.

aber naja, so ist das halt.

ich frage mich nur immer wieder, wie man das ein leben lang tolerieren kann. natuerlich, die leute sind arm, aber wenn man sieht wie viel geld hier fuer hochzeiten, beerdigungen, graduations und dubiose 'sammelaktionen' in noch dubioseren kirchen ausgegeben wird... abartig.... zum beispiel beerdigungen - hier eine gute entschuldigung fuer eine party (insbesondere weil die meisten beerdigungen ca 4 monate nach dem tod stattfinden - so lange dauert es um das geld zusammenzuleihen und die feier vorzubereiten. in der zwischenzeit wird der verblichene verwandte im krankenhaus tiefgefroren). die beerdigungen dauern 4 tage lang, die familie stuerzt sich in enorme unkosten fuer essen, getraenke, band, partyzeltmiete, luxus-sarg etc. dann muss natuerlich fuer jede beerdigung ein neues kleid genaeht werden (der name des toten ist auf der innenseite eingestickt, was recycling unmoeglich macht...)
das ist ja alles gut und schoen, wir sind alle nur menschen und jeder will seinen nachbarn beeindrucken. okay. aber wenn eltern das schulgeld fuer die kinder nicht bezahlen koennen, weil sie soviel geld fuer die beerdigung des grossvaters ausgegeben haben. sorry, das geht mir nicht in den schaedel. insbesondere wenn man vor dem tod des opas kein geld hatte fuer die medikamente ('did you send him to the hospital?' 'no madam, the money is too small, but we have been praying for him'. aha)

im prinzip sind die mittel also da, und man muesste sie nur sinnvoller einsetzen. interessanterweise hoere ich das vor allem von leuten die ein paar jahre im ausland waren und nun zurueckkommen um 'ihr' land aufzubauen.
ich hab ziemlich viele solche 'importierte ghanaer' kennen gelernt, und es ist sehr interessant zu sehen, wie sie die situation hier wahrnehmen. viele sind erstaunt und irritiert, und irgendwie zwischen 2 welten. gestern habe ich mich mit richard (ein freund von mir der hier aufgewachsen ist und die letzten jahre in asien und suedamerika verbracht hat) darueber unterhalten. er hat gesagt, er versteht nicht, wie es sein kann dass malaysia und ghana im selben jahr (1957) von den briten unabhaengig geworden sind und malaysia so viel entwickelter ist als ghana. naja, dafuer ist ghana eine demokratie, malaysia nicht. aber trotzdem.
wenn die leute ein bisschen weniger religioes waeren, waere schon viel erreicht. alles was ich hoere ist 'god will provide'. oder 'the lord is my shepherd - i shall not want'. ok, aber ein bisschen eigeninitiative waere sicher auch nicht gegen den willen gottes.
dennoch muss man auch sehen, dass es fuer viele leute hier super schwer ist etwas aufzubauen. der zugang zu krediten (mikrokredit-boom hin oder her) ist sehr muehsam. ich kenn mittlerweile so viele maedchen die bei irgendwelchen verwandten in accra auf dem sofa schlafen, tagsueber auf dem markt plastiktueten oder wasser verkaufen um ein bisschen geld auf die seite zu legen um irgendwann mal einen eigenen friseursalon/chop bar/naeherei aufzubauen.
ein anderes thema ist korruption und vetternwirtschaft. Qualifikation und ausbildung ist das eine, aber richtig vorwaerts kommt man nur mit den richtigen verwandten...
wenn wir schon von verwandten sprechen, jeder der sich hier was aufbaut, braucht nicht lange auf die gierige grossverwandtschaft zu warten. von wegen, wir haben dich unterstuetzt, als du noch ein nichts warst, jetzt haetten wir gern unseren anteil....

hm, macht mich gerade sehr nachdenklich... aber trotzdem, change happens, aber eben nur smallsmall....

Mittwoch, 15. August 2007

update

es ist ewig her dass ich zum letzten mal was in meinen blog geschrieben hab, weiss gar nicht wo ich anfangen soll. ganz schoener wandel, vom krassen internet addict zum super-online-muffel.. internet cafes sind aber auch recht muehsam hier (entweder kein strom, oder die leitung ist tot oder es ist abartig heiss...)
ich hab seit 5 tagen sommerferien, endlich... gegen ende semester war ich einfach nur noch ausgebrannt. Lizzy und ich haben beide ganz schoen geschuftet, und haben rueckblickend auch einiges erreicht. aber alles hier dauert laenger und ist muehsam. aber ich fass erst mal zusammen.
mit dem geld was ich gesammelt hab, haben wir waende zwischen den klassenzimmern gebaut. wir haben zwar nach wie vor weder fenster noch tueren, aber es ist schon deutlich weniger laut und das macht das unterrichten viel einfacher.
nach stundenlangen diskussionen haben beinahe alle lehrer aufgehoert die kinder zu schlagen. sehr cool. 3 lehrer sind leider stur wie nochwas und das sind ausgerechnet die brutalsten. lizzy hatte aber eine super idee: viele kinder essen nicht zu mittag weil sie kein geld fuer die kantine haben (50 rappen pro kopf...). lizzy hat daher ein lunch projekt aufgegleist, das heisst, ihre familie und freunde bezahlen ab sofort das mittagessen fuer alle kinder in der schule.das macht nicht nur das unterrichten einfacher, zudem haben die eltern dann mehr geld uebrig um das schulgeld zu bezahlen und die schule kann somit die lehrer puenktlich bezahlen und die sind wiederum motivierter. einzige bedingung, zero tolerance in punkto gewalt und keine kanes mehr. weswegenmr aboagye bestimmt hat dass jeder lehrer der ein kind schlaegt, fristlos gekuendigt wird...money makes the world go round.,..
meine eltern haben mir 2000 franken geschickt (noch mal ein riesengrosses dankeschoen an dieser stelle), damit baue ich gerade eine biliothek fuer die schule auf. damit die kinder mal ein anderes buch in die haende bekommen als die bibel... ich habe nichts gegen religioese bildung aber es hilft, wenn man ab und zu auch mal was anderes liest.
oops, meine zeit laeuft ab... to be continued

Donnerstag, 28. Juni 2007

mal ein paar alltagsstories

aus irgendeinem unerklaerlichen grund hab ich momentan keinen zugriff auf meinen mail account, sorry also falls ihr auf antwort wartet..

ich hab letztes mal angetoent dass ich laenger bleiben werde, voraussichtlich bis november. ich bin sehr gluecklich, bin umgeben von wundervollen menschen und hab zum ersten mal in meinem leben einen job der mich wirklich erfuellt. natuerlich ist nicht immer alles lustig, aber ich hab das gefuehl etwas sinnvolles beitragen zu koennen. insbesondere was den franzoesisch unterricht betrifft. die primarschule hat keinen franzoesischlehrer, es gibt nur einen lehrer fuer die Sekundarschule und der kommt nur 3 stunden die woche (die schule zahlt nicht genug, sagt er).
ausserdem hab ich nach 3 wochen entdeckt, dass es 2 maedchen in der 5.klasse gibt, die weder lesen noch schreiben koennen (kein witz, niemand hat mich darueber informiert, die meisten anderen lehrer ignorieren solche faelle einfach). sie heissen Ruth und Rosemary und waren vorher auf anderen schulen auf dem land (die kinder in golden era school koennen alle bereits im kindergarten lesen und schreiben) ich unterrichte sie jetzt jeden tag 1-2 stunden, sie machen ganz schoen fortschritte und ich moechte gern bleiben bis beide lesen koennen.

letztes wochenende hatten wir einen workshop gemeinsam mit allen Lehrern und Volunteers aus Accra und Umgebung. Es war spannend zu sehen wie es den volunteers in den anderen schulen so geht. es sind immer aehnliche probleme: der gebrauch der kanes (diese holzstoecke mit denen die lehrer die kinder schlagen), die gewalt unter den schuelern (oh wunder, woher sie wohl lernen dass der staerkere den schwaecheren schlaegt?????), die infrastruktur (anscheinend koennen wir uns gluecklich schaetzen, andere schulen haben nicht mal tische) und die art des unterrichts (auswendiglernen ist hier deutlich mehr gefragt als kritisches denken).

es war eine sehr interessante diskussion und wir haben uns darauf geeinigt den gebrauch der kanes auf ein minimum zu reduzieren. natuerlich kommt das dem ideal einer gewaltfreien erziehung nicht gerade nahe, aber besser als nichts.
obwohl die meisten lehrer nicht ganz ohne gewalt auskommen, gibt es dennoch sehr gute paedagogen hier: maxwell, mary, emmanuel und seth zum beispiel. von denen kann ich sehr viel lernen...
wenn ich etwas in den letzten 7 wochen gelernt habe, dann, dass es zwischen schwarz und weiss viele graustufen gibt. der schulleiter (mein Hostvater Mr Aboagye) ist gegen die kanes, aber er schafft es nicht sich durchzusetzen. viele lehrer haben nicht unbedingt freude dran die kinder zu schlagen, sagen aber,dass sie das muessen ,weil die kinder das von daheim gewoehnt sind und nicht auf andere methoden reagieren und manche eltern wuenschen das sogar.... naja... aber es ist seit dem workshop besser geworden. insbesondere weil wir auch alternative bestrafungsmethoden besprochen haben. der hammer war als mr aboagye "constructive punishment" vorgeschlagen hat, zum beispiel sollen kinder zur strafe das schulhausareal jaeten. ein anderer lehrer (gott sei dank nicht von unserer schule) hat dann entgegnet, das sei nicht gut, weil die kinder so eine negative einstellung zur landwirtschaft bekommen wuerden... oh klar, pruegeln ist deutlich besser...
ich hatte aber auch einige krasse erlebnisse bei uns. vor 2 wochen hab ich mich mit angela (einem maedchen aus der 6.klasse) unterhalten und gesehen dass sie eine 5 cm lange offene Fleischwunde am arm hat. ich hab sie gefragt ob sie hingefallen sei und sie meint nur "it was the computer teacher, last week". anscheinend wollte sie ihm nicht den schwamm zum tafelputzen geben und das war ihm anlass genug sie derart mit dem stock zu verpruegeln. der typ ist echt das allerletzte, so ein sadistisches schwein...fast 1.90 gross und dann kleine maedchen pruegeln... und sie hat sich nicht mal getraut es ihren eltern oder mr aboagye zu zeigen. ich hab das dann mr aboagye gezeigt und er hat mit ihm gesprochen und hat ihm gesagt, wenn sowas nochmal passiert ist er fristlos gekuendigt.
naja, das klingt jetzt alles ganz schoen krass aber die positiven erlebnisse ueberwiegen klar. zum beispiel die fortschritte meiner schueler und die wissbegierde der kinder - wenn ich mal 5 minuten pause mache und irgendwo sitze kommt garantiert eine horde kinder an und sagt "please, come and teach us..."
heute hatten wir proben fuer die graduation feier anfang august. die kinder haben u.a. 5 taenze gelernt - es ist krass wie gut das rythmus gefuehl der kinder ist und wie schnell sie die taenze lernen...
ohje, meine minutes sind durch....

Sonntag, 17. Juni 2007

trip to capecoast, the chillin sistas, etc

schon wieder 2 wochen durch...

lisbeth (mein roommate) und ich verstehen uns super - sie ist superlustig, unkompliziert und sehr engagiert... ich hatte echt wieder mal nur glueck ;-)

letztes wochenende waren wir mit lauren und natasha (2 anderen volunteers aus den usa die in einer schule in der naehe von uns arbeiten) in capecoast. Capecoast ist die ehemalige hauptstadt ghanas und war leider auch eine art hauptstadt des sklavenhandels vom 17.-19 jahrhundert. wir haben capecoast castle besichtigt, eine sklavenburg von der aus zigtausende von sklaven nach amerika und europa verschifft wurden. es ist unglaublich beklemmend in diesen riesigen stockdusteren kerkern zu stehen... und dann durch die 'door of no return' zu laufen, die tuer durch die alle sklaven vor der verschiffung gehen mussten.... das perverseste ueberhaupt ist aber der luxurioese wohntrakt der britischen sklavenhaendler im 1.stock... wenn ich es mit etwas vergleichen kann dann wohl mit auschwitz, aehnlich beklemmend und auch hier die nachkommenden der ueberlebenden /opfer die hoffen durch den besuch mehr ueber ihre vorfahren/wurzeln/vergangenheit zu erfahren...
capecoast besitzt zudem 2 forts, eines davon haben wir besichtigt, fort victoria - wahnsinnige aussicht ueber die bucht von capecoast und die schule die kofi annaan besucht hat ist nur einen steinwurf entfernt... die familie die die fuehrungen organisiert, hat uns dann noch zu sich heim eingeladen und uns trommeln und tanzen beigebracht - oder so aehnlich... war auf alle faelle lustig... und da ich jeden morgen mit den kids von kindergarten und nursery reggae tanze (gospel singen allein langt wohl nicht) hab ich ohnehin kein schamgefuehl mehr...
abends waren wir dann in einem spot,so nennt man die bars hier... weggehen ist uebrigens echt super in ghana, es gibt endlos viele kleine spots die aus einer bar, einer mischung aus klo und holzverschlag und 10 riesigen lautsprechern/boxen bestehen...und aus den boxen droehnt highlife - das ist ein musikstil den es nur in ghana gibt: irgendwas zwischen reggae, hiphop und buschtrommel, gesungen in twi oder einer anderen local language und einfach nur unglaublich tanzbar... und da parties hier gegen 9 uhr den zenit erreichen kann man am naechsten morgen problemlos frueh aufstehen... ausserdem trinkt kaum jemand mehr als ein bier - wenn ueberhaupt. es gibt hier ja auch keine raucher... das liegt daran dass alle religionen was dagegen haben und die ghanaer ohnehin so lebensfroh sind, dass mehr als ein bier sie zum ueberkochen bringen wuerde...glaube ich zumindest - ich hab noch nie so viel gelacht wie seit ich hier bin.
zum beispiel: wir haben mal wieder stromausfall und auntie akosu und ich sitzen im dunkeln. adua kommt rein und sagt: "berit, i can see you but i can't see auntie akosu - she is just too dark...black monkeys, haha..." das ist zwar sowas von politisch unkorrekt aber alle findens lustig...
oder neulich in der 2.klasse, ich schreib an die wandtafel, jelvin (8jahre alt...) streckt auf und ruft: "madam berit, madam berit, your buttocks looks very fresh in these trousers"... seither muss ich mir jedesmal kommentare ueber meinen "fresh butt" anhoeren wenn ich mal nicht grad im schlabberlook auftauch... :-)

zurueck zu capecoast: am tag darauf waren wir im kakum national park, das erste mal im regenwald juhui... wir haben so einen kanope walk gemacht, das ist so eine ewig lange haengebruecke in 50 meter hoehe - man laeuft zwischen den baumwipfeln und guckt einfach nur tiiiiiiiiiief runter.... gott sei dank hab ich keine hoehenangst....

die beiden anderen volunteers (carly und alyshia aus UK) sind etwas schwierig, bleiben aber zum glueck nur fuer einen monat... zuerst hatten sie eine woche lang durchfall, das hat mir ja noch leid getan. aber dann... sie sind nur am jammern, nix ist gut genug fuer sie... die leute hier haben auch schon ferngesehen und sind sich schon darueber bewusst dass ihre standards nicht mit europa und usa mithalten koennen, man braucht das nicht auch noch staendig zu erwaehnen...
weil lisbeth und ich im vergleich mit denen eher unkompliziert sind, nennen uns jetzt alle nur noch the chillin sistas...

oje meine minutes sind gleich durch... bye....

ach ja, ich bleib uebrigens laenger, bis november oder so...

Samstag, 2. Juni 2007

kumasi

nur noch eine kurze erklaerung zu den anderen fotos (das mit der bildbeschriftung muss ich echt noch ueben :-)
das foto mit den autos drauf ist vom central market in kumasi (das ist der groesste markt in westafrika - ein abartiges gewusel, aber lustig....)
ich war eben diese woche mit gunadiish in kumasi, das ist die zweitgroesste stadt ghanas, ca 5 stunden mit dem bus entfernt. wir haben eine schule in kumasi besichtigt, die auch gern bei kidsworldwide mitmachen will. ausserdem haben wir noch Pilar einen Besuch abgestattet - das ist ein Maedel aus uruguay die in Kumasi als Volunteer arbeitet. (Sie ist auch auf dem foto drauf wo wir auf der strasse laufen). Pilar hat 2 Tage bei uns in Accra gewohnt, bevor sie nach Kumasi ist. Ohnehin kommen staendig irgendwelche volunteers als Transfergaeste zu uns bevor sie weiterfahren zu anderen Projekten in Ejura, Ho, Kumasi etc, so z.b. gestern Emily aus den USA. Das ist ziemlich cool, weil ich so schon einige Leute in anderen Staedten kenne und bald ganz Ghana bereisen kann ohne unnoetig Geld fuer Hostels auszugeben... :-)

Seit gestern wohnt nun auch Lisbeth bei uns, sie kommt aus den USA (San Diego) und teilt fuer die naechsten 3 monate das zimmer mit mir. Sie hat auch internationale Beziehungen studiert und ich glaub wir werden sehr viel spass zusammen haben... :-)

jetzt muss ich aber los, wir holen gleich Carlie und Alyshia am Flughafen ab, das sind die anderen zwei Volunteers die mit mir hier arbeiten.......






hier also endlich mal ein paar fotos...habs noch nicht so ganz im griff mit der anordnung und internet ist wieder mal so langsam dass ich keine lust hab das ewig zu probieren...
meine familie von links nach rechts: melody, emin, rebecca, kwame und kofi (der kleine im weissen hemd auf den anderen fotos ist auch kwame). die mutti auf dem bild mit dem blauen tor im hintergrund ist antie akos...






































das bin ich vor dem black star monument - das steht dafuer dass ghana afrikas stern scheinen lassen will und es steht auf allen seiten 'freedom and justice' drauf...